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Metabolisches Syndrom
Das Metabolische Syndrom wird normalerweise erst dann vermutet, wenn das Pferd chronische, ständig wiederkehrende Hufrehe hat ohne erkennbaren Grund, durch den Rehe ausgelöst werden könnte. Betroffene Pferde sind oft äußerst fett, mit auffälligen Anhäufungen von Fett im Mähnenkamm, am Rumpf, rund um den Schweifansatz und in unmittelbarer Nähe des Schlauches beim männlichen Pferd.
Es gibt keinen Einzeltest, mit dem eine genaue Diagnose erfolgen könnte, aber eine Reihe von Tests sind äußerst hilfreich, um das Problem einzugrenzen. Das beinhaltet die Messung des Insulins und der Glukose im Blut.,den intravenösen Glukosetoleranztest und den Cushingtest (Dexa., ACTH). Mitunter ist es äußerst wichtig, Fälle des Metabolischen Syndroms von denen des frühen Cushings zu unterscheiden, denn bei der letztgenannten Erkrankung kann das Pferd von einer Therapie mit Pergolide profitieren, während das bei dem Metabolischen Syndrom nicht der Fall ist.
Zusammenfassend:
1. Vorgeschichte:
- vorwiegend leichtfuttrige Rassen (Ponyrassen, Spanische Mustangs, Morgans, Araber, etc.)
- Alter zwischen 6 und 20 Jahren
2. Klinisches Erscheinungsbild:
- zumeist Übergewicht und/oder
- Fettdepots an bestimmten Stellen: vor dem Euter bzw. im Schlauchbereich, um die Schweifwurzel, am Mähnenkamm, über den Augen
- Anzeichen schleichender Rehe können vorhanden sein: abgeflachte Sohle, verbreiterte weiße Linie, Ringbildung
- später klinisch manifeste Reheschübe
- vermehrter Appetit
- gelegentlich gesteigerter Durst und häufiges Harnlassen (Polydipsie, Polyurie)
- Lethargie
Die Entstehung des EMS ist ein allmählicher Prozeß. Der Übergang von gesund nach krank ist fließend und wird deshalb auch oft nicht frühzeitig wahrgenommen. Die charakteristischen Beschwerden, wie z. B. vermehrtes Wasserlassen oder Durst, treten beim EMS oft nicht auf. Sie können auch so schwach ausgeprägt sein, daß sie gar nicht bemerkt werden. Oft werden erste Anzeichen mißgedeutet, sowohl von den Betroffenen, als auch von ihren TA. Die Symptome werden meistens als Alterserscheinungen aufgefaßt und nicht näher untersucht.
3) Laborwerte:
- sollten nach einer zwölfstündigen Fastenperiode erhoben werden. (Normwerte sind z.T. laborabhängig, bitte dort erfragen)
- Insulin (Norm = 70 - 140 pmol/l) ist erhöht: kann bei MS über 300 pmol/l ansteigen
- Glukose (Norm = 55 - 95 mg/dl) ist zumeist leicht erhöht: liegt bei MS zumeist bei 110 - 140 mg/dl
- Triglyzeride (Norm = unter 50 mg/dl) sind ebenfalls meist leicht erhöht: steigen auf über 50 mg/dl. Bedenklich wird es etwa ab 200 mg/dl (Hyperlipidämie)
- Cortisol (Norm = 3 - 6,7 µg/dl) und ACTH (Norm = 20 - 50 pg/ml) sollten normal sein, können jedoch bei schmerzbedingten Streßsituationen (akute Hufrehe!) leicht ansteigen und daher falsch positiv sein.
- Mangan Werte überprüfen lassen
- Dexamethasontest (Blutabnahme, 40 µg Dexamethason/kg Körpermasse intramuskulär, neuerliche Blutkontrollen nach 15 und 19 Stunden) dient dem Ausschluß des ECS: beim gesunden Pferd erfolgt Absinken des Cortisolwertes unter 1 µg/dl
- Schilddrüsenwerte T 3 (Norm = 0.3 - 0.9 µg/l) und T 4 (Norm = 1.3 - 4.1 µg/dl) können fälschlicherweise zu niedrig sein ("euthyroid sick syndrome" ) , die Schilddrüse lässt sich jedoch mit einem TRH - Stimulationstest normal stimulieren.
- intravenöser Glukosetoleranztest: 0,5 g Glukose/kg Körpermasse wird in 50%iger Lösung rasch intravenös infundiert und der Zuckerspiegel in kurzen Abständen kontrolliert. Beim gesunden Pferd erfolgt eíne Rückkehr in den Normbereich nach etwa ein bis zwei Stunden. Beim MS bleibt der Spiegel auch nach drei Stunden noch erhöht (Insulinresistenz)
Die Ernährung / Diät
Heu oder Heu und aufgeweichte UNMELASSIERTE Rübenschnitzel. Vorzugsweise stengeligeres Heu, nicht das weiche,feine, welches wir als gutes Heu bezeichnen. Das Pferd benötigt mindestens 1,5% des Körpergewichtes als Minimum. Wenn das Pferd zu dick ist, bemisst sich die Menge nach dem Zielkörpergewicht. Das Heu sollte vor der Fütterung mind. eine halbe Stunde gewässert werden, besser eine Stunde und warmes Wasser wäre das optimalste. Wenn das Heu z.B. wegen Frost nicht gewässert werden kann, sollte ein Teil der Heuration durch UNMELASSIERTE Rübenschnitzel ersetzt werden.
Die meisten Pferde mögen Rübenschnitzel, sollte das nun aber einmal nicht der Fall sein, versuche mit etwas Zimt oder Pfefferminz zu aromatisieren.
Bitte keine Getreide oder Pellets füttern, oder Futtermittel die solche Betsandteile beinhalten - kein frisches Gras -keine Karotten oder Äpfel da sie Zucker enthalten -keine Mineral- und Vitamin-Zusatzfutter.
Bitte das Heu überprüfen auf die Inhaltsstoffe, bis das geschehen ist bitte den UNMELASSIERTEN Rübenschnitzel einen halben TL Speisesalz, 1 TL Zimt pro 125kg Körpergewicht, Chrom 2,5mg je 250kg Körpergewicht, Jod 2,5 mg/250 kg Körpergewicht, Magnesium 1,5g / 250kg Körpergewicht und Vit. E 1000 IE/ 250 kg Körpergewicht (alles Apotheke) zu.
Stelle das Pferd auf Sägespäne, das ist besser als Stroh. Verwende KEINE Zusatzfutter die Glukosamine oder Yukkaextrakte enthalten.
Diese Diät ist ein Notfallprogramm, nach Auswertung der Heuanalyse sollte dann ein entsprechendes Vitamin-Mineralpräperat ausgewählt werden.
Kosten:
Insulin Wert Bestimmung ca. 22 - 30 Euro nur Labor plus Mwst plus TA. Bitte erfragt die Kosten vorher denn sie können von Labor zu TA schon unterschiedlich sein.
Eine weitere Sammlung an Informationen u.a. von betroffenen Pferdebesitzern unter: Hufrehe-Forum.
Autorin: Petra Schrader


